Haus Emmaus  •  Ebertstrasse 13  •  61440 Oberursel  •

GfdE
Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau mbH

Europaplatz 5  •  64293 Darmstadt  •  Telefon: +49 (61 51) 87 87 - 0  •  info@gfde.de


http://www.haus-emmaus-oberursel.de/unsere_einrichtung/geschichte.html


Die Geschichte des Hauses Emmaus.

Es war der sozialdiakonisch in hohem Maße engagierte Pfarrer Karl Zöllner, der nach dem Krieg die Wohnungsnot in Oberursel erkannte. Ältere Menschen, geflohen oder ausgebombt und jetzt allein, suchten Möglichkeiten gemeinsamen, betreuten Wohnens. Gemeinsam mit Julius Koch und Wilhelm Lücke gründete er den Verein „Haus Emmaus“, der das Ziel hatte, eine Heimstatt für Ältere zu schaffen.

Der Name der Einrichtung wurde aus dem Neuen Testament gewählt, da Jünger Jesu in ihrem Heimatort Emmaus in einem Fremden, dem sie Nachtquartier gewährt hatten, beim Abend­brot Jesus Christus erkannten. „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden“, sagten sie. Es ist die bleibende Bitte, dass Gott den Menschen, besonders am Lebensabend, beistehen möge.

Weder Geld noch Platz zum Bauen waren vorhanden. Bürger, von dieser Idee ergriffen, sammelten überkonfessionell  und aus allen politischen Richtungen, sie riefen zu Spenden auf und verkauften Bausteine. 1956 erwarb Pfarrer Erich Kluska von der Stadt ein Gelände von 8.000 qm für das Altenheim und ein Jugendheim.

Am 28. August 1957 wurde der Diakonieverein e.V. beim Amtsgericht eingetragen. Die Sammelaktion brachte 850.000 DM ein. Der Verein war auf über 400 Mitglieder angewach­sen. Jetzt konnte der Bau mit den Plänen von Architekt de Vries begonnen werden.

Nach elfmonatiger Bauzeit wurde das Haus am 15. August 1958 eingeweiht. Zwanzig Einzelzimmer und vierundzwanzig Doppelzimmer waren entstanden. Mit einer Bürgschaft deckte die Kirchenverwaltung in Darmstadt die Bauschulden.

1960 verließ Pfarrer Zöllner Oberursel. Pfarrer Kluska übernahm die Leitung des Diakonie­vereins. Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Industrie und hauswirtschaftlich engagierte Frauen unterstützten im Verwaltungsrat die Arbeit des Vorstandes.

Ende der sechziger Jahre lebten nur noch 40 Bewohner im Haus Emmaus. Die Räume entsprachen nicht mehr den Erwartungen. Die sozialhygienischen Ansprüche mit nur einer Toilette und einem Bad je Etage waren nicht mehr zeitgemäß.

Es hieß jetzt, entweder dem Haus den Nekrolog singen oder eine Renovierung des Altbaus und einen zeitgemäßen Erweiterungs- und Neubau mit modernen Küchentrakt und Gemein­schaftsräumen schaffen. Ein solches Projekt wollte Erich Kluska nicht mehr schultern.

 So bat 1972 der Kirchenvorstand Pfarrer Klaus Fedler den Vorsitz zu übernehmen. Mit Unterstützung aller Oberurseler Pfarrer, dem Wirtschaftsjuristen Gerhard Zerth und den Vorstandskollegen Gustav Lotz und Heinrich Heil wurden Wege gesucht, das Vorhaben zu ver­wirklichen. Mit Bausteinen und einer Spendenaktion wurde wie am Anfang bei allen Bürgern und Geschäftsleuten für dieses Vorha­ben geworben. Diese Spenden, die großzügige Unterstützung der Stadt Oberursel, Mittel des Sozialministeriums und die Aufnahme eines Darlehens in Millionenhöhe ermöglichten das Projekt.

Architekt Friedel Mörler, erfahren im Altenheimbau, wurden Planung und Durchführung übertragen und am 10. September 1978 feierte man mit viel Prominenz die Erweiterung. Ein Küchentrakt, eine Pflegestation, 20 neue Altenheimzimmer und einige Appartements sowie Gemeinschaftsräume waren entstanden. Hintergrund aller Mühen war das spätere Leitwort „Gemeinsam statt Einsam“.

Die Unterstützung durch die vier evangelischen Gemeindebezirke, die seelsorgerische Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner durch ihre Pfarrer aus allen Konfessionen und die ehrenamtliche Hilfe vieler Bürger erleichterten den Alltag und weitere Planungen. So wurde der Altbau renoviert und in den achtziger Jahren entstand ein Anbau mit Gemein­schafts­raum, Pflegestation, Pflegebad und Friseurraum.

Der Wandteppich im Eingangsbereich mit dem Thema des Hauses „Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden“, erinnert bis heute daran, wie sehr das Alten- und Altenpflege­heim Haus Emmaus von vielen unterstützt wurde. Nach diesem Bibelzitat entwarf der leider verstorbene Maler und Bildhauer Prof. Hans H. Adam aus Frankfurt dieses Tryptichon. Damen des Frauenkreises Heilig Geist stifteten das Material und knüpften in liebevoller, stundenlanger Kleinarbeit den Teppich.

1991 übergaben Pfarrer Klaus Fedler und Heinrich Heil den Vorsitz an Pfarrer Herbert Lenz und Dr. Walter Müller-Römheld. Diese halfen maßgeblich mit, dass das Haus in die Träger­schaft der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen, ein Werk der evangelischen Kirche für die Trägerschaft von Altenheimen, überging. Der Diakonieverein wurde in einen Freundes­kreis des Hauses Emmaus umgewandelt, der noch heute die Arbeit ideell und finanziell erheb­lich unterstützt.
 

Die Helfer im Haus Emmaus.

Schon seit 1958 gibt es ehrenamtliche Helfer im Haus Emmaus. Viele Einzelpersonen aus Kirchengemeinde und der Stadt beteiligten sich aktiv am Tagesgeschehen. Heute sind es über 45 Ehrenamtliche.

1987 gründeten Angehörige der Auferstehungsgemeinde den Nähkreis. Die Damen kommen seit dem einmal wöchentlich und übernehmen unentgeltlich Näh-, Stopf- und Reparaturarbeiten an der Kleidung unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Nebenbei waren und sind die Damen gern gesehene Ansprech- und Gesprächspartner für unsere Bewohnerinnen und Bewohner.

Seit 1993 gibt es die „Grünen Damen“ im Haus Emmaus. Begonnen hat dieser Kreis Ehrenamtlicher mit 8 Damen (die heute noch immer tätig sind) und ist mittlerweile auf die stolze Anzahl von 39 Damen und zwei Herren angewachsen. Die „ Grünen Damen“ übernehmen die Cafeteria, den Kiosk, Einkaufsdienste, Besuchsdienste, Begleitungen zu Arztbesuchen, Spaziergänge, Gedächtnistraining, Gesprächsrunden, Waffelbacken und stehen bei allen Festen, Veranstaltungen und auch Ausflügen tatkräftig zur Seite. Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind die „Grünen Damen“ eine Bereicherung des täglichen Lebens, da sie für alle großen und kleinen Probleme stets ein offenes Ohr haben und oft ganz praktische Lebenshilfe leisten.

Seit 1994 unterstützt uns der Vorstand des Diakonievereins mit regelmäßig stattfindenden Filmvorführungen, der Begleitung zu Rollstuhlausflügen und mit finanziellen Mitteln für Veranstaltungen, Ausflüge, Pflegehilfsmitteln, Ausstattung der Cafeteria und vielem mehr.

Seit 1997 begleitet uns der Christliche Singkreis mit einem gemeinsamen Gesangsnachmittag im Monat.

 

 

Haus EmmausEbertstrasse 13
61440 Oberursel
Telefon: 06171 / 6247-50

 

GfdE